Wie war das erste Quartal: Okay? Gut?

Alexander Sviridov / pixabay

Das Jahr ist schon wieder etliche Wochen alt. Das nahende Ende des ersten Quartals sollte Anlass genug sein, Zwischenbilanz zu ziehen. Was ist in diesem Jahr soweit gut gelaufen und warum? Was hat sich anders entwickelt, als ich es vorgesehen hatte? Warum bin ich an einigen Stellen nicht weitergekommen?  

Ich habe mich das vor ein paar Tagen gefragt und dabei einiges festgestellt. Wenn Sie mögen, lasse ich Sie ausschnittweise an meiner ganz persönlichen Zwischenbilanz teilhaben.     

1. Prioritäten setzen ist und bleibt für mich eine Herausforderung.

Jay Papasan (The One Thing) hat mich auf eine Idee gebracht.  Er nennt seine Methode extremes Pareto.  

Das Pareto-Prinzip ist Ihnen sicher als 80/20-Regel bekannt: 80% des Ertrag erwirtschaftet man beispielsweise mit 20% der Produkte, usw.  Extremes Pareto besagt, dass ein kleiner Dominostein, richtig eingesetzt, einen viel größeren umwerfen kann. Geschickt geplant, könnte ein 3 cm hoher Dominostein theoretisch über etliche Zwischenschritte sogar einen Wolkenkratzer umwerfen.   

Extremes Pareto auf das Management von Aufgaben anzuwenden heißt, die Aufgaben zu identifizieren, die eine besonders große Wirkung haben, sprich, eine Liste der Aufgabenstellungen zu erstellen und anschließend mit der Fragestellung durchzugehen: Welche Aufgabe sollte, welche könnte und welche muss ich heute/diese Woche/in diesem Monat erledigen?   

Nach dieser Übung bleiben von 30-40 Aufgaben nur noch drei bis maximal fünf Aufgaben übrig, die in die Kategorie „müssen“ fallen. Jay Papasan empfiehlt, aus den drei bis fünf Aufgaben die Wichtigste zu bestimmen. Dabei sollte man sich von der Frage leiten lassen: Wenn ich heute/diese Woche/in diesem Monat nur eine Sache erledigen könnte, welche wäre das?   

Also arbeite ich jeden Morgen daran, die ein, zwei oder drei Tages-/Wochen-/Monatsziele zu identifizieren. Bisher kann ich Jay Papasan nur zustimmen: Die Konzentration auf eine kleine ausgewählte Gruppe von Aufgaben gibt mir nicht nur das Gefühl, etwas am Ende des Tages geschafft zu haben. Es passiert tatsächlich etwas.

2. Manche der gesetzten Ziele waren langweilig 

 Ja, Sie haben richtig gelesen: Ich tue mich mit langweiligen Zielen extrem schwer. Beispielsweise meine Outlook-Inbox aufzuräumen gehört für mich zu den uninspirierendsten Tätigkeiten, die ich kenne. So sehr ich mir Mühe mache, es ist ein Kampf wie gegen Windmühlenflügel. Spätestens morgen ist mein Postfach wieder voll.    

 Wenn Ziele meine Fantasie nicht fordern oder sie mich nicht aus meiner Komfortzone locken, dann ist die Chance, dass ich meine Ziele verfehle, ziemlich hoch. – Das ist auch der Grund, warum meine Inbox an maximal 5 Tagen im Jahr aufgeräumt ist.  

 Ich darf mich weder über-, noch unterfordern. Bei der Zielauswahl muss ich den schmalen Bereich dazwischen erreichen, will ich erfolgreich sein. Und ich brauche ein bisschen Gänsehaut-Gefühl. Will sagen, wenn das Ziel nicht inspiriert, fällt es mir schwer, mich zu motivieren.  

 3. Unspezifische Ziele

 Früher habe ich mir beispielsweise zum Ziel gesetzt, dass ich mich im nächsten Jahr  mehr bewegen würde. Nur, was war der Maßstab für mehr? Ich habe das inzwischen geändert. Ein Beispiel:  

 Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, an mindestens 250 Tagen mehr als 5.000 Schritte zu gehen. Ich weiß, das klingt nicht besonders viel, ist aber eine Herausforderung, denn im Jahr 2016 lag mein Tagesdurchschnitt bei peinlichen 4.700 Schritten (ich bin ein Schreibtischtiger). Das Jahr davor, sagt mein Schrittzähler, waren es sogar unter 4.000 Schritte. Mein Jahresziel habe ich leicht jenseits der Komfortzone gesetzt. Es ist glasklar und insofern interessant, weil ich mithilfe der vermehrten Schritte den Energiehaushalt meines Körpers beeinflussen kann, was wiederum hilft, den “Stau am mittleren Ring” loszuwerden. Heute, nach bald drei Monaten im neuen Jahr, kann ich berichten: Es funktioniert. Ich bewege mich bewusster, habe bis auf drei Tage mein Tagesziel weit überschritten, dabei abgenommen und fühle mich fitter als vergangenes Jahr.     

 Frage: Zu welchem Ergebnis kommen Sie zum Quartalsende?