Sie und Ihre digitale Identität

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Kostenlos gibt’s nicht!

Facebook, Twitter, YouTube und andere soziale Medien erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Was vielen nicht bewusst ist: Soziale Medien haben die öffentliche Wahrnehmung von Menschen verändert, also auch das, was man über Sie denkt.

Nachfolgend habe ich einige Anregungen für den Umgang mit sozialen Medien zusammengestellt.

1. Das Internet “vergisst” nichts

Auch wenn derzeit in der  Politik das sogenannte »Recht aufs Vergessen« diskutiert wird, Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass das, was Sie veröffentlichen, für sehr lange Zeit abrufbar sein wird. Es ist also durchaus sinnvoll, auf Worte oder Bilder zu achten, mit denen Sie in Zusammenhang gebracht werden. Das gilt besonders fürs sogenannte »Taggen«, wenn andere Sie bei Facebook in einem Foto markieren. Überlegen Sie sich sehr genau, von wem und in welchem Zusammenhang Sie sich markieren lassen. Bedenken Sie: Weil nichts auf der Welt kostenlos ist, zahlt jeder, auch bei scheinbar kostenlosen Diensten, einen Preis. Die Währung, mit der gehandelt wird, sind persönliche Daten, Nutzerverhalten und andere Informationen, die Sie und ich preisgeben.

2. Unsere Kultur ist reich an Information und arm an Zeit

„Unsere Kultur ist reich an Information und arm an Zeit“, sagt Marketingfachmann Marty Neumeier. In der Konsequenz heißt das: Wer gezielt recherchiert, findet viel. In der Regel suchen die meisten Surfer aber oberflächlich. Eine Webseite wird durchschnittlich 1-2 Sekunden betrachtet.

Stellen Sie sich einen großen Heuhaufen vor. Die „goldene Nadel“, sprich, Information über Sie, befindet sich irgendwo in diesem gigantischen „Informationsheuhaufen“. Die meisten lassen sich von der schieren Menge an Heu abschrecken. Wer aber mithilfe eines besonderen Magnets, d.h. Suchmaschine, sucht, wird schnell fündig.

3. Auf zutreffende Infos über Sie achten

Achten Sie darauf, dass alle Informationen über Sie zutreffend sind. Vor allem: Bleiben Sie bei der Wahrheit! Gerade mit Blick auf Ihre eigene Vergangenheit sollten Sie transparent sein. Das bedeutet nicht, dass alles und jedes veröffentlicht werden muss. Aber Sie sollten ein entspanntes Verhältnis zu Ihrer Biographie haben; auch und gerade zu den Abschnitten, über die Sie nicht stolz sind. Stehen Sie zu dem, was gewesen ist. Jeder Versuch, etwas zu verbergen oder falsche Tatsachen vorzutäuschen, wird scheitern.

4. Das große Missverständnis

In den sozialen Medien geht es – das mag Sie erstaunen oder vielleicht sogar ärgern – gar nicht um Sie, sondern um die öffentliche Wahrnehmung von Ihnen. Das hat Vor- und Nachteile. Einmal gefällte Vorurteile lassen sich nur schwer aus der Welt schaffen. Andererseits können Sie gezielt die Wahrnehmung Ihrer selbst steuern.

5. Wahrnehmung zählt!

Weil die Welt komplex ist, behelfen sich Menschen damit, die Welt zu kategorisieren. Hier gewinnt die Marke bzw. das Markenprodukt seine herausragende Bedeutung. Markenbildung ist die Kunst, ein Produkt, eine Dienstleistung oder einen Menschen mit einer inspirierenden, griffigen „Story“ in Verbindung zu bringen und so aus der Masse hervorzuheben. Ein Beispiel: Das herbe Jever Bier wird mit der rauen friesischen Küstenlandschaft und Individualisten in Verbindung gebracht, die das Ursprüngliche, das Unberührte, suchen. Die Story lautet demnach: Jever, das Bier für den (ungezähmten) Mann, der eigene Wege geht.

Fazit

In unserer medial gesättigten Gesellschaft ist Wahrnehmung das Maß der Dinge. Da es für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt, ist es von herausragender Wichtigkeit, diesen günstig zu beeinflussen. Je einfacher und griffiger Ihre Story, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit sein, dass man Sie in Ihrem Sinne wahrnimmt.

Frage: Lässt sich Ihre »Story« in eine Zeile (»Tagline«) komprimieren? Wenn Sie das nicht können, werden das unter Umständen andere für Sie tun. Wer weiß, ob Sie das Resultat dann mögen?!