Aussenden und Willkommen heißen

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Beruflich bin ich in den vergangenen Jahren öfters in den USA unterwegs gewesen.  Immer wieder überrascht hat mich die Ansage der Flugbegleiterin nach der Landung: “Welcome home.”  Das gibt es nur bei amerikanischen Fluglinien oder haben Sie es jemals erlebt, dass Sie mit einem “Willkommen zuhause” in Deutschland begrüßt wurden? Ich nicht.  Bei deutschen Fluglinien heißt es bestenfalls “Good bye and auf Wiedersehen.”

Dabei ist es ein wirklich gutes Gefühl, willkommen zu sein! Wir alle schätzen es, wenn wir herzlich willkommen geheißen werden.

Besonders als unsere Kinder noch klein waren, war es immer ein großes Hallo, wenn ich am Flughafen mit Koffern bepackt durch die Schiebetür in die Empfangshalle trat. Manchmal war es der beste Moment der gesamten Dienstreise.

Was im vertrauten Kreis der Allerliebsten gilt, gehört in ähnlicher Weise auch in anderen Zusammenhängen dazu. Menschliche Wärme und Herzlichkeit berühren uns. Und sie schaffen das gute Gefühl der Verbundenheit. Überdies prägen sie  unsere Interaktion. Wer zu mir herzlich ist, dem begegne ich nicht unwirsch. Wieso sollte ich? Ich habe keinen Grund dazu. Außerdem weiß ich, dass ein solches Verhalten die gute Beziehung aufs Spiel setzen würde.

Weniger offensichtlich, aber genauso wichtig ist es, wie man ausgesandt wird. Ich denke beispielsweise an den liebevollen Händedruck, die Umarmung meiner Frau vor einer längeren Dienstreise, den besorgten Blick, der mich wissen lässt: Sie ist gedanklich bei mir.

Ausgesendet sein bedeutet im Regelfall, eine Aufgabe zu haben, die erledigt werden soll. Es kommt auf mich an. Ich werde gebraucht.

Das Aussenden und Willkommen heißen erinnert mich daran, dass es einen Ort gibt, an dem ich zuhause bin, und es mindestens einen Menschen gibt, für den ich wichtig bin.

Haben Sie einen solchen Ort? Gibt es einen Menschen in Ihrem Leben, für den Sie (jenseits von Titel und beruflicher Funktion) wichtig sind?

Wenn das bei Ihnen der Fall ist, Sie aber um Bekannte oder Mitarbeiter wissen, die das nicht haben, wie wäre es, wenn Sie für andere Menschen diese Rolle übernehmen würden?

Ein aufrichtiges “mach’s gut” oder “viel Erfolg auf deiner Reise” und ein ehrliches “schön, dich wieder zu sehen” oder “da bist du ja wieder. Ich habe mich gefragt, wie es dir ergangen ist” können wohltuende Gesten sein, die dem anderen signalisieren: Da ist jemand, der echtes Interesse an dir hat. Gesehen und wertgeschätzt zu werden, ist mehr wert als Sie vermuten.

Und wenn Ihnen solche Gedanken fremd sind und Sie nicht nachvollziehen können, warum Sie sich damit beschäftigen sollten, dann eine eigennützige Anregung zum Schluss:

Heute gewinnen soziale Fertigkeiten einerseits und Lebens- und Arbeitsqualität andererseits an Bedeutung. Dieser Trend ist nicht zu unterschätzen. In einer Zeit, in der der “War for Talents” im vollen Gang ist, also an qualifiziertes Personal nur schwer zu kommen ist, gilt es High Potentials zu halten. Eine Zeit lang mag das mit Geld funktionieren. Effektiver, weil dauerhafter, sind aber andere Mittel: ein wertschätzendes Miteinander beispielsweise, in dem man den anderen bewusst wahrnimmt.