2018: Mein Wunsch für Sie

Die Wiedenester Quelle, Foto: Dieter Steffmann

Was wünscht man sich zum Beginn eines neuen Jahres? Vielleicht das, was man zum Geburtstag gewünscht bekommt? Gesundheit, beruflichen Erfolg, viele gute Begegnungen und Erfahrungen. – Aber nein, das wäre mir zu wenig. Ich wünsche Ihnen etwas anderes.

Gestern Abend haben meine Kollegin Ulrike Schild und ich im Radio eine Sendung gestaltet. Im Mittelpunkt stand ein Wort aus der Bibel, das von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen zum Motto des Jahres 2018 ausgewählt worden ist. Ich möchte Sie teilhaben lassen an einigen Gedanken, die in der Sendung geäußert wurden. Sie finden den Vers im letzten Buch der Bibel:

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“, Offenbarung 21,6.

Mich beeindruckt dieses Wort. Es wurde in schwierige politische und gesellschaftliche Umstände hineingesprochen und wendet sich an jene, die Mangel leiden. Aus dem Zusammenhang wird deutlich, dass der altgewordene Apostel Johannes Christen vor Augen hatte, die aufgrund ihres Glaubens in ernsten Schwierigkeiten steckten. Vergleichbar wären heute Gläubige, die im Mittleren Osten unter der Gewalt des IS leiden.

Aber das Wort hat noch eine weitere Dimension. Es geht um Menschen, die Durst nach Leben haben. Während ich noch keine Benachteiligung wegen meines Glaubens erlebt habe, kann ich sagen, dass Lebensdurst etwas ist, das ich gut kenne. Sie sicher auch. Ich möchte leben! Gut leben. Ich will etwas bewegen, mich einbringen, die Welt im neuen Jahr ein Stückchen besser machen. Sie sicher auch.

Lebensdurstigen Menschen wird in Aussicht gestellt: Sie bekommen von „der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“.

Ich habe in meiner Jugend im Rheinland gelebt. Neben der Wiedenester Kreuzkirche (eine der berühmten „Bunten Kerken“ im Oberbergischen) sprudelt eine Quelle. Man sagt, die Kirche sei vor über neunhundert Jahren in der Nähe der Quelle erbaut worden, weil dort die Germanen Wasser schöpften. Mehr noch, sie versammelten sich auch, um die Angelegenheiten des Dorfs zu besprechen. Es gab aber noch einen weiteren Grund, zur Quelle zu gehen: Man erhoffte sich vom Quellwasser sogar Heilung, denn ihm wurden entsprechende Kräfte zugesprochen. – Übrigens hat sich dieser Glaube lange gehalten. Über mehrere Jahrhunderte war die Wiedenester Kreuzkirche eine Wallfahrtskirche.

Die Quelle ist bis heute ein Anziehungspunkt für Menschen geblieben. Und weil an einem heißen Sommertag nichts über frisches Quellwasser geht, füllen Einheimische ihre Kannen damit und biegen Touristen vom nahegelegenen Radweg ab, um sich zu erfrischen.

Ich wünsche Ihnen fürs neue Jahr, dass Sie von „der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ trinken. Das tun Sie am besten, in dem Sie sich an den Geber aller guten Gaben wenden, an Gott. Als Christ weiß ich, dass ihm Ihre Hinwendung willkommen ist. Wenn Sie mögen, sprechen Sie im Namen Jesu Christi ein Gebet, in dem Sie um dieses lebendige Wasser bitten und lassen Sie sich überraschen, was Gott aus diesem Gebet im Jahr 2018 machen wird.